{"id":313,"date":"2005-03-06T19:51:28","date_gmt":"2005-03-06T19:51:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jaeger-id.com\/de\/?p=313"},"modified":"2005-03-06T19:51:28","modified_gmt":"2005-03-06T19:51:28","slug":"archetypen-im-design","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jaeger-id.com\/de\/artikel\/archetypen-im-design\/","title":{"rendered":"Archetypen im Design"},"content":{"rendered":"<p>[two_third]<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">Ein gestalterischer Archetyp ist eine neuartige L\u00f6sung f\u00fcr ein -eventuell ebenfalls neuartiges- Problem. Dieses Problem ist im allgemeinen die Befriedigung von Bed\u00fcrfnissen. So f\u00fchrte das ur-menschliche Bed\u00fcrfnis nach Kommunikation zu der Entwicklung von Hilfsmitteln zur Informations\u00fcbermittlung. Determiniert wird der Aufbau des Archetyps immer vom technischen Entwicklungsstand der Epoche in der das Produkt entsteht. Bemerkenswert ist, dass archetypische Formen in der &#8222;Produktevolution&#8220; oft nahezu unver\u00e4ndert bleiben und zu Stereotypen, also einer st\u00e4ndigen Wiederholung von bekannte Gestaltungsmustern, f\u00fchren. Die Ursachen liegen einerseits beim Gestalter und zu einem gr\u00f6\u00dferen Teil beim Benutzer.<br \/>\nDer Designer f\u00fchrt im Normalfall seine Entw\u00fcrfe so aus, dass im Benutzer das Bed\u00fcrfnis entsteht, das Produkt gebrauchen zu wollen und der bei der Benutzung &#8211; im weitesten Sinne &#8211; Befriedigung erf\u00e4hrt. Bei der Einf\u00fchrung von wirklich innovativen und von bisherigen Gestaltungsmustern abweichenden Produkten behindert ihn allerdings das Misstrauen des Menschen dem Neuen gegen\u00fcber. Dieses Ph\u00e4nomen nennt man Akzeptanzschwelle oder MAYA-Schwelle (&#8222;most acceptable yet advanced&#8220; nach Loewy). &#8222;Der Mensch ist ein Gewohnheitstier&#8220;<br \/>\nDiese Akzeptanzschwelle ist je nach Alter und sozialer Schicht verschieden. So haben j\u00fcngere Menschen naturgem\u00e4\u00df einen noch nicht so festgef\u00fcgten pers\u00f6nlichen Geschmack und demzufolge eine gr\u00f6\u00dfere geistige Flexibilit\u00e4t und Unvoreingenommenheit. Generell kann man feststellen, dass, je kleiner die Zielgruppe ist, desto weniger muss der Gestalter an stereotypen Formen festhalten und kann sich innovativer Ausdrucksformen bedienen. Ver\u00e4nderungen in der allgemein akzeptierten Formensprache, dem Zeitgeist, werden meist durch Personen mit starkem Drang nach Verwirklichung ihrer Individualit\u00e4t und einer gewissen Risikofreudigkeit eingeleitet. Dieser Prozess der Innovation l\u00e4uft kontinuierlich ab, so dass die Stereotypen oder Schemen dieser Einwirkung st\u00e4ndig ausgesetzt sind und sich somit auch in gewissen Grenzen ver\u00e4ndern und neu etablieren.<br \/>\nEin weiterer Grund f\u00fcr die Entstehung von gestalterischen Archetypen ist die Ann\u00e4herung des Archetypes an das funktional und konstruktiv m\u00f6gliche Optimum. Ein sehr bekanntes Beispiel ist der noch heute sehr stark verbreitete Parallelogramm-Fahrradrahmen. Es gibt zwar viele andere M\u00f6glichkeiten Fahrradrahmen zu bauen, diese erfordern aber alle einen h\u00f6heren Fertigungs- und Materialaufwand. Ebenso ist es bei vielen anderen Produkten. Das funktionale, ergonomische Optimum dagegen wird direkt vom menschlichen K\u00f6rper bestimmt. Solange sich dieser nicht wesentlich ver\u00e4ndert, existieren bestimmte konstruktive Anforderungen. So lange f\u00fcr den Menschen hohe Temperaturen gesundheitssch\u00e4dlich sind, wird es beispielsweise immer notwendig sein, ein B\u00fcgeleisen so zu konstruieren, dass die Griffm\u00f6glichkeit von den beheizten Elementen in einem gewissen Abstand angebracht ist. Beim Fahrrad ist solch eine Notwendigkeit in der Entfernung Sitzfl\u00e4che &#8211; Antrieb (Pedale) zu finden. Eine Abweichung von dieser Entfernung f\u00fchrt zu einer mangelhaften Kraftumsetzung und ist wenig sinnvoll.<br \/>\nF\u00fcr den Designer w\u00e4re es sicherlich angenehmer, nicht diesen &#8222;Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten&#8220; unterworfen zu sein und somit v\u00f6llige Handlungsfreiheit zu haben. Wenn er jedoch f\u00fcr den Benutzer und dessen Anspr\u00fcche gestaltet, muss er sich ihnen mehr oder weniger anpassen.<\/div>\n<p>[\/two_third] <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[two_third] Ein gestalterischer Archetyp ist eine neuartige L\u00f6sung f\u00fcr ein -eventuell ebenfalls neuartiges- Problem. Dieses Problem ist im allgemeinen die Befriedigung von Bed\u00fcrfnissen. So f\u00fchrte das ur-menschliche Bed\u00fcrfnis nach Kommunikation zu der Entwicklung von Hilfsmitteln zur Informations\u00fcbermittlung. Determiniert wird der Aufbau des Archetyps immer vom technischen Entwicklungsstand der Epoche in der das Produkt entsteht. 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